Das Rösseln im Lenormand

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Nachdem ich Ihnen bereits in einem früheren Artikel die grundlegenden Deutungsstränge in der großen Tafel vorgestellt habe, geht es heute um eine weitere Methode der Kombination einzelner Lenormand Karten, dem sogenannten Rösseln. Abgeleitet ist diese Bezeichnung vom Schachspiel. Dort bewegt sich der Springer auf dem Spielfeld, indem er zwei Felder geradeaus und dann ein Feld nach links oder rechts zieht. Genauer definiert handelt es sich immer um die Felder, die der Figur am nächsten sind, ohne aber auf der gleichen Reihe, Linie oder Diagonalen zu liegen.

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Überträgt man dieses Prinzip des Rösselsprungs aus dem Schach auf die ausgelegten Lenormand Karten in der großen Tafel, so lassen sich neue Möglichkeiten der Kombination einzelner Karten erschließen. Die folgende Grafik soll Ihnen dieses Prinzip des Rösselns anschaulich vor Augen führen. Ausgangspunkt ist immer der jeweilige Signifikator, in diesem Fall bspw. die Karte mit der Nummer 21. Von hier aus ergeben sich über das Rösseln Verbindungen zu den Karten 4, 6, 11, 15, 27, 31, 34 und 36.

Rösseln mit den Lenormand Karten

 

Für die Deutung verbindet man jede dieser „Rösselkarten“ mit dem Signifikator, d.h. man bekommt in diesem Fall acht neue 2er Kombinationen, die jeweils zusätzliche Informationen zur Fragestellung liefern. Konkret wären das hier die Kombinationen:

21/4, 21/6, 21/11, 21/15, 21/27, 21/31, 21/34 und 21/36.

Wenn die Signifikator Karte nicht wie hier in der Mitte liegt, sondern näher am Rand des Kartenbildes, dann ergibt sich daraus natürlich, dass weniger als acht Karten über das Rösseln erschlossen werden können. Auf der Position 1 würden sich beispielsweise nur zwei Karten verbinden lassen.

Um zu einer Aussage zu gelangen, deuten Sie zunächst jede dieser 2er Kombinationen für sich und formulieren dann aus diesen Einzeldeutungen einen schlüssigen Satz, der in Bezug zur Fragestellung steht. Mit welcher der Kombinationen Sie den Satz beginnen, bleibt Ihrer Intuition überlassen.

Ein Beispiel aus der Praxis

Betrachten wir einmal ein konkretes Beispiel. Die Fragestellung lautete: „Ich hatte immer so ein gutes Verhältnis zu meiner Tochter, aber seit neuestem spricht sie plötzlich nicht mehr mit mir. Woran liegt das?“. Die Blume, die hier als Signifikator für die Tochter diente, erschloss über das Rösseln folgende Kombinationen:

Blume/Herr – Beziehung der Tochter zum Lebenspartner der Fragestellerin
Blume/Wolken – die Tochter hat Angst
Blume/Buch – die Tochter spricht nicht darüber, sie hat ein Geheimnis
Blume/Turm – die Tochter fühlt sich isoliert, ausgegrenzt

Hieraus ergibt sich die Aussage: Der Lebenspartner der Fragestellerin verursacht Angstgefühle bei ihrer Tochter, über die sie nicht sprechen mag, weil sie sich isoliert und ausgegrenzt fühlt.

Aufbauend auf dieser Deutung kann man jetzt im Kartenbild weiter gehen und das Problem noch tiefer beleuchten.

Bildernachweis

white knight on chessboard background* – photodune 1943831
(* = Werbepartner)

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