Die Rauhnächte und deren Bedeutung für das Orakeln

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Die Tage um das Ende des alten Jahres und den Beginn des Neuen waren von jeher eine Zeit der Mythen und Legenden, sowie des Glaubens und der Spiritualität. Diese 12 Nächte zwischen dem 24.12. (Heiligabend) und dem 6.1. (Dreikönigstag) wurden im Volksmund schon seit Jahrhunderten „Rauhnächte“ genannt. Etymologisch wird vermutet, dass das mittelhochdeutsche Wort „rûch“, das für „haarig“ steht, der Ursprung dieses Namens ist. So kann mit diesem Begriff der alte Glaube an behaarte Dämonen verbunden werden, die in den dunklen Rauhnächten ihr Unwesen getrieben haben sollen. Welchen Mythen man sich hier auch immer verbunden fühlen mag, in allen Kulturen war und ist es eine Zeit der Magie und der besonderen spirituellen Kraft, die der Überlieferung zufolge auch einen Blick in die Zukunft erlauben soll.

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Ihren kalendarischen Ursprung haben die 12 Raunächte als alljährlich wiederkehrende Phase „zwischen den Jahren“ in der Differenz zwischen den 354 Tagen des Mondjahres und den 365 Tagen des Sonnenjahres. Schon im alten Ägypten wurde diesen Tagen „außerhalb der Zeit“ eine Sonderrolle zugestanden, in denen Naturgesetze außer Kraft gesetzt waren und sich Grenzen zu mystischen Welten öffneten. Rituale und mystische Überlieferungen kennzeichneten auch in vielen anderen alten Kulturen diese Tage.

Analog zur Zahl der 12 Raunächte wurden diese schon immer als Gleichung für die 12 Monate des kommenden bzw. beginnenden Jahres gedeutet, so hat jede einzelne Nacht ihre Entsprechung in einem bestimmten Monat. Das jeweilige Orakel stützt sich dabei vor allem auf die detaillierte Beobachtung sämtlicher, gerade auch der alltäglichen Ereignisse aller Tage und Nächte. Dementsprechend werden Harmonie oder Streit, das Wetter oder andere Vorkommnisse des jeweiligen Tages, als gutes oder schlechtes Vorzeichen für den zukünftigen Monat des Folgejahres gewertet. Auch Träume sollen in dieser Zeit eine besondere prophetische Kraft besitzen.

Eine Kartenlegung für die Rauhnächte

Für das Kartenlegen mit den Lenormand Karten können wir diese divinatorische Energie der 12 Rauhnächte ebenfalls nutzen, indem wir jeden Tag die Karten auf den entsprechenden Monat des Folgejahres legen und deuten. Beginnend mit dem 25.12. stellvertretend für den Januar, dem 26.12. für den Februar, dem 27.12. für den März und so fort bis hin zum 5.1. des neuen Jahres. Gelegt werden die Karten dabei nicht in der großen Tafel, sondern in einer 12er Legung mit vier Reihen à drei Karten. Die ersten drei Reihen stehen dabei für bestimmte Themen, die man vorher festlegen muss. Beispielsweise Reihe eins für Liebe und Partnerschaft, Reihe zwei für Gesundheit und Reihe drei für Finanzen. Die vierte Reihe beschreibt dann noch ein herausragendes Ereignis des entsprechenden Monats.

Wer lieber eine einzelne Kartenlegung für das ganze kommende Jahr bevorzugt, der sollte den 31.12. für diese Kartenlegung nutzen. Nicht umsonst wird diese Nacht auch für den alten geselligen Brauch des Bleigießens und anderer Orakel genutzt. Kein anderer Tag des Jahres eignet sich besser für die Vorhersage zukünftiger Ereignisse.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine besinnliche und prophetische Weihnachtszeit und ein glückliches Jahr 2016.

Literaturempfehlung

Für alle, die sich noch weiter mit der magischen Zeit der Rauhnächte und ihren Bräuchen beschäftigen möchten, empfehle ich dieses Buch:

Elfie Courtenay: Rauhnächte – Die geheimnisvolle Zeit zwischen den Jahren, Alte Bräuche und magische Rituale für sich entdecken*

Bildernachweis

Winter* – photodune 1509532
(* = Werbepartner)

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